Berlins Randbezirke erleben einen enormen Zuzug

Die Berliner Randbezirke werden immer attraktiver. Die Zahl der Wohnungen, die bisher wegen beispielsweise schlechter Wohnlage oder mangelnder Verkehrsanbindungen leer standen, sind deutlich zurückgegangen. In der Berliner Innenstadt wird der Boden immer knapper, was ebenfalls ein Grund für den enormen Zuzug sein könnte. Gemäß einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) müssen pro Jahr rund 400.000 neue Wohnungen entstehen, um die Nachfrage nach Wohnraum erfüllen zu können. Obwohl weiterhin Wohnungen leer stehen, so waren es 2014 1399 Wohnungen und 2015 noch 1129 Wohnungen, fehlt es an bezahlbarem Wohnraum.

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Aus dem Bericht des Verbandes der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (kurz: BBU) lässt sich deutlich ablesen, wie viel Zuzug die Randbezirke in Berlin zurzeit erleben. Die 140 Mitglieder der BBU besitzen 145.000 Wohnungen in Berlin. Das sind 40 % des gesamten Wohnungsmarktes. Ungefähr 1.7 % der Wohnungen von den BBU-Mitgliedern stehen momentan leer – das ist der tiefste Wert seit Beginn der Erfassung 1995. Mit 3 % stehen in Schöneberg am meisten und mit 0.8 % in Lichtenberg am wenigsten Wohnungen leer.

Immer mehr Leute ziehen ins Umland

Der Trend scheint zu kippen: während früher die Innenstädte massiv gewachsen sind, müssen heute immer mehr Leute in das Umland ziehen. Allein die Pendler haben sich vom Jahre 2000 bis heute verdoppelt. Die Einpendlerquote liegt in Berlin jetzt bei 22 %. Bremen hat im Gegensatz eine Einpendlerquote von 42 %.

Die hohe Zuwanderungsquote lässt sich auch an aktuellen Themen erklären: Viele Flüchtlinge, sowie eine Menge Menschen aus dem EU-Raum kommen nach Deutschland und ziehen vor allem in die großen Städte, wie eben beispielsweise Berlin. Während mit einem Zuzug von 100.000 bis 200.000 Personen im Jahr gerechnet wurde, kamen im Jahr 2015 tatsächlich 1.4 Millionen Menschen nach Deutschland.

Viele Neubausiedlungen sind schon in Planung

Die Randbezirke werden eindeutig als die Gewinnerregionen gesehen, weshalb dort schon einige Neubauten in Planung sind. Die beispielsweise von der BBU geplanten Investitionen belaufen sich auf ungefähr 2.3 Milliarden Euro, wovon 1 Milliarde in den Neubau fließt.

Dabei sollen bezahlbare Wohnungen das Hauptaugenmerk sein, wie Kern, Chefin der BBU, meint. Ungefähr 6.50 Euro pro Quadratmeter sollen zukünftige Mieter für ein Drittel der pro Jahr gebauten 20.000 Neubauten zahlen. Die anderen zwei Drittel sollen zwischen 8.50-10.00 Euro pro Quadratmeter kosten. Dabei müssten unbedingt, mit Hilfe der Senkung der Mehrwertsteuer in der Bau- und Handwerksleistung, die Baukosten gesenkt werden und so auch leichter billigeren Wohnraum anbieten zu können. Außerdem muss die Bauzeit stark gekürzt werden, um die Neubauten schneller bereitstellen zu können.