Die Tauentzienstraße: Eine Straße voller Leben und Geschichte

Die Tauentzienstraße ist eine ca. 500 m lange, in den Orten Charlottenburg und Schöneberg gelegene, Einkaufsstraße mitten in der Berliner Weststadt. Sie ist Bestandteil des Generalzuges, einer breit angelegten Straßenfolge, die quer durch Charlottenburg, Schöneberg und Kreuzberg führt. Der Generalzug sollte an die Befreiungskriege gegen Napoleon I. erinnern (1813 – 1815).
Als sie 1890 gebaut wurde, war die Tauentzienstraße ursprünglich als Wohnstraße konzipiert und wurde auch als solche genutzt.

Die Tauentzienstraße ist heute die höchst frequentierteste Einkaufsstraße von Berlin, was unter anderem am KaDeWe liegt. Es wurde im Jahre 1907 als das Kaufhaus des Westens errichtet. Das Warenhaus an der Tauentzienstraße in Berlin-Schöneberg bietet ein modernes und vielfältiges Angebot wie Speisen, Möbel, Schmuck, Kosmetik und Mode, an, dessen Sortiment der etwas höheren Preisklasse entspricht.
Das KaDeWe ist das bekannteste Kaufhaus Deutschlands und mit 60.000 m² das Größte in ganz Europa. Berüchtigt ist es vor allem wegen der erlesenen Feinkostabteilung, die schon Ende der 1920er Jahre eröffnet wurde und seit 1978 zur Zweitgrößten eines Kaufhauses weltweit zählt.

Die Geschichte der Tauentzienstraße

Die Tauentzienstraße reicht vom Breitscheidplatz bis zum Wittenbergplatz. Im Haus mit der Nummer 13, welches 1910 für die Münchner-Pschorr Brauerei umgebaut wurde und fortan Pschorr-Haus genannt wurde, lebten Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts die junge Marlene Dietrich sowie der Schriftsteller Hermann Sudermann. Berüchtigt war das bekannte Gebäude für sein Restaurant im Erdgeschoss mit seinem Schauspieler-Stammtisch im Zentrum des Lokals, der bis 1923 bestehen blieb.

Als Schwarzmarkt der exilrussischen Kolonie wurde die Tauentzienstraße anfangs der 1920er Jahre bekannt, was damals für viel Aufruhr sorgte. Der russische Soziologe Fedor Stepun war schockiert über die „offensichtliche Gier der russischen Tauentzienstraße“.

Auch einige, weitere Berühmtheiten, unter anderen Gustav Stresemann und Emil Nolde, wohnten damals in der Tauentzienstraße. In der Tauentzienstraße 13, wo Marlene Dietrich zuvor gelebt hatte, erinnert heute ein Stolperstein an die jüdische Familie Hahn, die im Jahr 1941 deportiert wurden.

Mitte der 1960er Jahre wurde das 86 m hohe Europa-Center gebaut, das zum Wahrzeichen West-Berlins wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Auf ihm thront ein zehn Meter hoher Mercedes-Stern, der sich jede Minute zwei Mal um die eigene Achse dreht. Dieser sollte bei seiner Erbauung den freien und wohlhabenden Westen symbolisieren.

Aktuelle Bauvorhaben und Projekte in der Tauentzienstraße

Die Tauentzienstraße verschönern, um das Einkaufserlebnis zu erhöhen. So heißt nun das nächste Projekt der AG City. Bereits vor drei Jahren ist die Tauentzienstraße renoviert worden, jedoch nicht mit dem erwünschten Resultat. Das KaDeWe und Konsortium haben schon feste Pläne, wie die neue Tauentzienstraße aussehen soll. Es sollen zwei Pavillons mit Außengastronomie entstehen. Damit will man der Knappheit an Cafés und Restaurants entgegenwirken.

Gerade an einer so besuchten Einkaufsmeile wie der Tauentzienstraße, sind Gaststätten unabdingbar. Zudem soll ein Gärtner eingestellt werden, der sich um die Pflanzen kümmert und diese, je nach Jahreszeit, auch wechselt. Die Pflanzenkübel sollen mit ihrer Farbenpracht, den bisher eher öde gestalteten Mittelstreifen neues Leben einhauchen. Sogenannte City-Guides, in auffallender Uniform, sollen den Touristen ihre Fragen beantworten. Außerdem soll künftig die Tauentzienstraße öfters gereinigt werden, um einen möglichst sauberen Eindruck zu hinterlassen.

Die Eigentümer der Geschäfte wollen dies selbst in die Hand nehmen. Möglich macht das ein Gesetz, das seit November 2014 existiert. Alle Inhaber einer Geschäftstrasse können sich zu einer Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG) zusammenschließen und eine private Umgestaltung durchführen. Das zu zahlende Geld wird gerecht auf die jeweiligen Einheitswerte der Grundstücke aufgeteilt. Das Projekt soll insgesamt 8.7 Millionen Euro kosten und soll innerhalb von fünf Jahren durchgeführt werden.

Der Antrag wurde bereits an das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gestellt. Er wird öffentlich bekanntgegeben und die Anwohner haben dann noch einmal die Chance „Nein“ dazu zu sagen. Stimmen über zwei Drittel dafür, wird der Antrag der Senatsverwaltung übergeben, woraus dann eine verbindliche Rechtsvorschrift wird. Die Bauarbeiten könnten schon Anfang des nächsten Jahres (2017) beginnen.