Spandauer Ortsteile: Kladow und Gatow

– Berlin-Kladow

Kladow liegt im Bezirk Spandau und ist dessen südlichster Teil. Der Name kann von „kloda“ abgeleitet werden, was dem slawischen Wort „Baumstamm“ entspricht. Mit 14.000 Einwohnern zählt Kladow als Dorf, ist aber ein Ortsteil von Berlin.

Es wurde nachgewiesen, dass bereits vom 9. bis 12. Jahrhundert slawische Stämme dort lebten, wo heute Kladow liegt. An der Siedlungsform lässt sich erkennen, dass im 12. Jahrhundert deutsche Siedler die slawische Siedlung übernahmen. Die erste Erwähnung fand Kladow 1276, damals als „Clodow“.

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Wie viele andere Gegenden erlitt Kladow großen Schaden im Dreißigjährigen Krieg. 1808 fielen große Teile des Dorfes dem Feuer zum Opfer. Die schon im 13. Jahrhundert erbaute Kirche wurde 1818 wiederaufgebaut. Erst im 19. Jahrhundert erlebte Kladow einen enormen Zuzug durch die städtische Bevölkerung und viele neue Gebäude wurden gebaut.

Heute stehen zwischen den alten Gebäuden auch einige Neubausiedlungen. Auch ein Einkaufszentrum, das Kladow-Center, wurde vor kurzem eröffnet. Kladow ist im Netz des VBB gut integriert und ist sowohl mit dem Westen Berlins, als auch mit Spandau und Potsdam. Kladow verfügt über zwei Grundschulen, eine Oberschule, das Hans-Carossa Gymnasium, und sogar eine Waldschule.

Sehenswert ist vor allem der einstige Flugplatz Gatow, welcher zu Kladow gehört. Dort befindet sich das Militärhistorische Museum Flugplatz Berlin-Gatow, in dem viele Ausstellungsstücke aus der Bundeswehr- und der NVA-Zeit zu bestaunen sind.

Wohnungsmarkt in Berlin-Kladow

In Kladow wurden in den letzten 50 Jahren viele Neubausiedlungen errichtet. Eine davon ist die Finnenhaussiedlung, die zwischen 1959 – 1960 gebaut wurde. Ein Finnenhaus ist ein aus Holz gefertigtes Haus, das aus Finnland importiert und vorwiegend in Norddeutschland gebaut wurde. Finnenhäuser wurden im Zweiten Weltkrieg für Obdachlose Familien und bombengeschädigte bereitgestellt.

Die Finnenhaussiedlung in Kladow hingegen war eine Spende der Vereinigten Staaten und für politische Flüchtlinge aus den Ostblock Staaten gedacht.

– Berlin-Gatow

Gatow ist ein Ortsteil des Bezirks Spandau in Berlin. Er ist einer der am geringsten bevölkerten Orte Berlins. Mit 4086 Einwohnern wird es als „Dorf in der Millionenstadt“ bezeichnet.
In Gatow gibt es hauptsächlich Einfamilienhäuser mit Gärten und seltener Mehrfamilienhäuser. Es wird geschätzt, dass Gatow im Jahre 1200 von deutschen Siedlern gegründet wurde. Das Dorf gehörte bis ins 16. Jahrhundert dem Kloster Spandau. Nach der Reformation ging es ans Amt Spandau. Gatow gehörte vor dem Mauerfall zum britischen Sektor.

Die britische Besatzung betrieb den 1935 gebauten Flugplatz Gatow (heute: ein Museum). Um sich gegen den Flughafen Tegel (in französischer Besatzungszone) und den Flughafen Tempelhof (in amerikanischer Besatzungszone) behaupten zu können, ließen die Briten Queen Elisabeth II. bei jedem Besuch auf dem Flugplatz Gatow landen.

Sehenswert sind die alte Dorfkirche, die nach mehreren Erweiterungen das älteste Gebäude in Gatow ist, und die Villa Lemm. Die Villa wurde 1913 von Otto Lemm in Auftrag gegeben und umfasst 24.000 m². Zwischen 1946 und 1990 wurde sie vom britischen Staatskommandanten bewohnt, der jährlich eine Feier zum Geburtstag Queen Elisabeths gab. Später ging der Besitz ans Land Berlin über.

Der Wohnungsmarkt in Berlin-Gatow

In Gatow gibt es hauptsächlich Einfamilienhäuser, eher seltener Mehrfamilienhäuser. Viele der Häuser sind mit Gärten ausgestattet. Gatow ist ein Dorf, das gut für Familien geeignet ist. Gatow verfügt über Läden, Kinos, eine Halbwiese und ein Schwimmbad. Mit der BVG erreicht man das Spandauer Zentrum, wo es einen U-Bahnhof, Fernbahnhof und einen S-Bahnhof gibt, innerhalb von 15 Minuten. Die City West erreicht man in nur 30 Minuten.